Also ist jetzt keine Verdammnis für die, [die] in Christus Jesus [sind].
Römer 8:1 /Elberfelder

Lieber Leser,

keine Sorge, ich möchte dir heute selbstverständlich kein schlechtes Gewissen einreden, aber wusstest du, dass Scham ein Teil des Fluches ist, der durch Adam über die Menschheit kam?

Durch Schuld kam Scham und durch Scham begann die Menschheit sich das erste Mal vor Gott zu verstecken und versuchte mit Blättern ihre Blöße zu bedecken. Seitdem wiederholte sich dies immer und immer wieder, bis hin zu einer offenen Feindschaft gegen Gott und der Hinwendung zu toten Götzenbildern. Religion war geboren. Aber woher kam so plötzlich dieses Schamgefühl?

Adam wusste, dass Gott rein und heilig ist und erkannte plötzlich, dass Sünde den Menschen zum vollkommenen Gegenteil gemacht hatte. Unrein und unheilig. Unfähig, um vor Gott zu bestehen. Er war nun kein würdiges Gegenüber mehr. Er war nun ein „Sünder“. In seiner DNA war nun die Informationen „Sünder“ gespeichert, welche von nun an von Generation zu Genration weitergegeben wurde. Es gab kein Entkommen mehr…

Aber noch bevor Gott das erste Mal Blut vergoss, um mit Fellen Adams Blöße zu bedecken, hatte Er schon einen Plan, der die vollkommene Widerherstellung und Neuschöpfung der Menschheit beinhaltete.

Er selbst wurde Mensch, erfüllte das Gesetz, dass er durch Mose den Menschen gab und ging schuldlos als reines Opferlamm ans Kreuz um selbst zum Fluch und zur personifizierten Sünde zu werden. Die Strafe lag nun auf Ihm, damit wir Frieden haben. Und so wurde die Menscheit die Gerechtigkeit Gottes. Ein unbezahlbares Geschenk, für jeden, der es für sich durch den Glauben an Jesus Christus annehmen möchte.

Nun wird dir aber möglicherweise aufgefallen sein, dass es einige Menschen in Christus gibt, welche sich augenscheinlich nach wie vor als Sünder sehen und als Konsequenz noch immer unter dem Fluch leben, der Adam zuteilwurde.

Immer wieder begegnen mir Prediger, welche eine Botschaft bringen, die absolutes Gift für den Leib Christi beinhalten. Sie vermischen die Gnade Gottes mit dem Gesetz Gottes. Ich sage nicht, dass sie eine böse Herzenshaltung haben. Meistens ist in ihnen die Angst, dass Christen nach wie vor in Sünde verharren und nicht das Potential ausschöpfen können, was Gott in sie als Schatz hineingelegt hat. Die Intention dahinter ist Verhalten zu verändern. Allerdings wird hier das Problem nicht gelöst, sondern gefördert.

Die Leute strömen nachvorne, um dem Bußaufruf nachzukommen und geben ihr Leben erneut Christus. Im Alltag schaffen sie es anschließend mit festem Willen das Gesetz Gottes zu halten und schaffen dies vielleicht auch eine ganze Weile. Doch plötzlich kommen sie dann an einem Punkt, wo sie wieder fallen und Scham kommt über dieses kostbare Leben.

Scham darüber es wieder nicht geschafft zu haben. Scham darüber „ein Sünder“ zu sein. Scham darüber Gottes Ansprüchen nicht genügen zu können. Scham darüber, was die anderen perfekten Christen wohl über einem Denken werden, wenn sie herausbekämen, was man doch für ein ekeliger Sünder ist. Man beginnt sich eine Maske aufzusetzen, ist intransparent und spielt eine Rolle. Vor Gott versteckt man sich und vermeidet Zeit mit Ihm zu verbringen. Man geht zum Gottesdienst, um den Schein zu wahren, aber die erste Liebe ist lange erkaltet.

Bitte erschrick nicht, aber ich glaube, dass es selbst vielen Leitern so geht. Gerade sie tragen große Verantwortung und sobald sie bemerken, dass sie im Alltag versagen, wiegt die Schuld meist doppelt so schwer und man ist noch viel mehr bemüht, die Schuld zu verbergen und sich sogar vor Gott zu verstecken. Zurzeit erleben wir, wie sich viele bekannte Leiter von Gott abwenden oder wirklich dunkle Charakterzüge von bekannten Leitern ans Licht kommen. Dies mag den einen oder anderen erschüttern und vielleicht selbst in eine Glaubenskrise zu stürzen.

Dies ist wirklich ein sehr ernstes und wichtiges Thema und wir müssen sehen, dass wir damit beginnen das richtige zu glauben!

Eines ist klar: Gott hasst Sünde!

 Aber es ist nicht so, dass Gott irgendein Feindbild benötigt. Gott hasst Sünde, weil es dich zerstört.

Gott liebt dich (!) nach wie vor, selbst wenn du in deinen Augen oder in den Augen der Gemeinde oder der Gesellschaft das schlimmste getan hast, was man sich als Schuld nur vorstellen kann. Aber Gottes Liebe ändert nichts daran, dass schlechte Entscheidungen naturgemäß schlechte Konsequenzen hervorbringen werden. Das ist keine Strafe Gottes; das ist das Leben.

Als Christus der Herr deines Lebens wurde, erschuf Gott dich vollkommen neu. Wir nennen dies „Wiedergeburt“. Deine DNA wurde vollkommen neu geschrieben. In deiner DNA steht nun auch nicht mehr „Sünder“, sondern „Christus“. Und Christus ist das Leben. Christus ist die Wahrheit. Christus ist dein Sitz zur Rechten des Vaters im Himmel. Christus ist deine Heiligung. Christus ist die Weisheit. Christus ist die Liebe. Christus hat den Fluch, der über dir war in Segen verwandelt. Segen, den du ausschließlich nur in Ihm finden wirst.

Christus ist alles in Allem! All deine Hoffnung und deine strahlende Zukunft und Gegenwart findest du in Ihm!

Nun zurück zu unserem Problem: Wenn das alles so toll ist und Christus die Lösung für all unsere Probleme; warum, zum Geier, fallen dann so viele Christen, immer und immer wieder der Sünde zum Opfer?

Sünde bedeutet, dass man ein Ziel verfehlt hat. Ein wunderschöner Esstisch wurde von einem Designer gestaltet, damit man darauf komfortabel seine Mahlzeiten in Gemeinschaft genießen kann. Wenn man aber diesen Tisch nimmt und ihn als Floß verwendet, um mit ihm über den Kanal zu paddeln, hat man hier das Geld für diesen Tisch buchstäblich im Kanal versenkt. Der Tisch hat hier seine Bestimmung nicht erfüllt und das Ziel des Designs wurde verfehlt. Der Tisch wurde durch das Wasser vollkommen unbrauchbar gemacht. So funktioniert Sünde.

Wir wurden von Gott designt, um Ihm ein Gegenüber zu sein. Um wie Christus zu sein. Sünde hat dies zerstört und uns für eine Beziehung mit Gott auf Augenhöhe unbrauchbar gemacht.

Christus hat dies aber wiederhergestellt und uns und unser inneres Wesen komplett neu geschaffen. Darüber hinaus herrscht die Sünde nun nicht mehr über uns! Das ist kein frommer Spruch aus einem Abreiskalender. Das ist die Wahrheit! Wenn wir Sieg über Sünde sehen wollen, ist es unsere Aufgabe mehr und mehr Christus zu erkennen. Wir müssen erkennen, dass unser Glück allein von Ihm abhängig ist. Wir müssen erkennen, dass Seine Gnade uns befähigt ein reines und heiliges Leben zu führen. In Seiner Kraft! Christus selbst ist unsere Heiligung.

Dein Versuch Gottes Gesetz zu halten ist auf Stolz und Selbstsucht zurückzuführen. Dann bist du nämlich die ach so tolle Person, der du auf die Schulter klopfen kannst, weil sie es geschafft hat vier Wochen keine Pornos (z.B.) mehr zu sehen. Ganz toll. Da kann man im Lobpreis ja auch endlich mal wieder `ne Hand heben, ohne sich zu schämen.

Aber wenn Christus und Seine Gnade die Quelle ist, aus der du lebst, wirst du mehr und mehr erkennen, dass du a) nichts dafürkannst, dass du dir diesen Müll nicht mehr reinziehen musst und b) das es einfach ist, weil Christus dich zur Freiheit befreit hat und du absolut abhängig von Ihm bist.

Christus vollkommenes Werk am Kreuz ist dein Fundament! Denn wenn aus dem Gesetz deine Gerechtigkeit kommen sollte, dann wäre Christus vergeblich für dich gestorben. Und wenn du es halten willst, dann lass dir bewusst sein, dass 100% Gottes Maßstab ist. Also bleiben wir lieber bei der Gnade. Bei der reinen Gnade, die vom Thron Gottes fließt. Durch die Gnade bist du in Christus Gottes Gerechtigkeit. Du bist KEIN Sünder mehr!

Durch die Gnade Gottes wird Christus dir in der Schrift begegnen und du wirst mehr und mehr erkennen wer du in Ihm bist und vor allem wer ER in dir ist.

Es gibt also keinen Grund mehr sich zu schämen und vor Gott zu verstecken. Auf die o.g. Frage gibt es für dich also nur eine Antwort: Ja, ich schäme mich nicht!

Denn:

Also ist jetzt keine Verdammnis für die, [die] in Christus Jesus [sind]. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.
Römer 8:1-2 /Elberfelder

Also: Halte dich ganz nah an Christus und renne nicht vor Gott davon. Er ist die einzige Lösung des Problems und durch Christus allein wirst du echte Freiheit erleben.

Bis bald und sei gesegnet
Dein Matthias

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